Rheinische Post: Kommentar / Turnhallen und Zelte – das geht auf Dauer nicht = Von Detlev Hüwel

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Welch ein Wandel in der Einschätzung: Noch vor
einem Jahr herrschte helle Empörung, als die Stadt Duisburg sich
anschickte, ein Zeltlager für Flüchtlinge zu errichten. Angesichts
der breiten Kritik wurden die Zelte schließlich wieder eingepackt.
Jetzt, zwölf Monate später, setzt das Land angesichts der
anschwellenden Flüchtlingsströme auf Riesenzelte und muss dabei nicht
mit Protesten rechnen. Tatsächlich können solche Mammut-Einrichtungen
dazu beitragen, die Kommunen zu entlasten. In ihrer Not haben sie –
wie bereits Anfang der 90er Jahre – Turnhallen zu
Flüchtlingsunterkünften umgewandelt. Doch diese Hallen werden nach
den Schulferien wieder benötigt. Bis dahin sind es nur zwei Wochen.
Schon jetzt ist abzusehen, dass etliche Städte es nicht schaffen
werden, die Turnhallen bis dahin „freizuziehen“, wie es im
Amtsdeutsch heißt. Flüchtlinge in Zelten und Turnhallen – eine Weile
mag das noch gut gehen, doch auf die Dauer ist das keine Lösung. Denn
irgendwann könnte die große Akzeptanz in der Bevölkerung allmählich
schwinden. Grundvoraussetzung für eine menschliche Flüchtlingspolitik
ist die zügige Bearbeitung der Asylanträge. Die dauert derzeit noch
viel zu lange.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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