Rheinische Post: Kommentar / Urteil mit Signalwirkung = Von Christian Schwerdtfeger

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Der Druck war immens, der auf den schmalen
Schultern von Amtsrichter Amand Scholl vor dem ersten Prozess wegen
der Straftaten in der Kölner Silvesternacht lastete. Die breite
Öffentlichkeit forderte von ihm eine empfindliche Strafe für den
Angeklagten aus Nordafrika. Dabei ging es vom Papier her eigentlich
nur um den Diebstahl eines Handys – Alltagskriminalität. Doch
tatsächlich ging es in diesem Einzelfall um weit mehr als nur diesen
einen banalen Tatvorwurf. Der Rechtsstaat musste zeigen, dass er sich
von kriminellen Ausländern nicht auf der Nase herumtanzen lässt, dass
man sich auch in Deutschland an bestimmte Regeln, Werte und Gesetze
zu halten hat. Und genau diese Botschaft geht von dem begrüßenswerten
Urteil aus, das Scholl gestern sprach. Die Bewährungsstrafe von sechs
Monaten, die der junge Mann aus Nordafrika erhielt, ist keinesfalls
zu hart, wie etwa sein Verteidiger befand. Sie ist gerecht. Es wäre
nur wünschenswert, wenn die Justiz künftig öfter so hart durchgreifen
würde – und das bei allen Tätern, nicht nur bei kriminellen
Ausländern.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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