Rheinische Post: Kommentar: Verbissene Piloten

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Die Verbissenheit, mit der die Piloten der
Lufthansa gerade gegen ihren Arbeitgeber vorgehen, markiert einen
historischen Rekord: So lange und so folgenschwer wurde Deutschlands
größte Fluggesellschaft noch nie bestreikt. Die Verbissenheit hat
einen Grund: Der Piloten-Beruf wandelt sich gerade. Den Halbgott im
Cockpit, dessen vierstreifige Schulterklappe sogar das Flugzeug
überstrahlt und der für seinen harten Job an der Grenze von Logistik
und Physik extrem gut bezahlt wird, gibt es bald nicht mehr. Auch den
Piloten hat die moderne Technik einen Großteil ihrer Arbeit
abgenommen. Sie sind austauschbarer geworden. Und billiger.
Ryanair-Chef Michael O–Leary nennt sie deshalb nur noch „Busfahrer“.
Das ist gemein. Und übertrieben. Aber es bringt die Entmystifizierung
dieses Berufsstandes auf den Punkt. Umgekehrt hat der
Billigflieger-Boom auch das Geschäftsmodell der Lufthansa zerstört.
Das hieß „Luft und Luxus“. Deshalb kann sie sich keine Luxus-Piloten
mehr leisten. Beide Gegner kämpfen also um ihre Existenz. Das kann
noch lange dauern.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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