Rheinische Post: Kommentar: Verspätete Zinswende

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De amerikanische Notenbankpräsidentin Janet
Yellen hat endlich den längst überfälligen Schritt aus der
Nullzinspolitik gewagt und die Leitzinsen leicht angehoben. Damit
verlässt sie den Kurs der vergangenen zehn Jahre. Und das ist
richtig. Denn die Fed, wie die US-Notenbank kurz heißt, hat sich
längst von ihrer eigentlichen Aufgabe, die Währung zu sichern,
abgewandt und ist zu einer allmächtigen Krisenbewältigungsbehörde
aufgestiegen. Das ist aber nicht ihr Mandat. Sie muss auch nicht die
Märkte bei Laune halten, sondern für langfristige Währungsstabilität
sorgen. Yellen hat lange den notwendigen Schritt hinausgezögert, weil
sie den Aufschwung nicht abwürgen wollte. Auch das ist
konjunkturpolitisch, nicht währungspolitisch gedacht. Inzwischen ist
aber die Arbeitslosigkeit längst auf die Marke vor der Krise
gerutscht. Damit entfiel das letzte Argument gegen die Zinswende.
Yellen hat sich bewegt. Jetzt muss sie auch gegen innere Widerstände
in der Bank das Geld langsam teurer machen. Dann wird ihr auch
Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank, folgen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2621

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