Rheinische Post: Kommentar / Vielen Dank, AfD = Von Michael Bröcker

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Am Sonntag haben 1,3 Millionen Menschen die
Alternative für Deutschland (AfD) gewählt. Zum Teil, weil sie fremde
Menschen aus fremden Kulturen schlicht nicht in diesem Land haben
wollen. Diesen Menschen geht es nicht um integrationspolitische
Konzepte. Sie sind rassistisch. Sie sind unbelehrbar. Sie sollten in
diesem Land auf massiven Widerstand stoßen. Zu einem größeren Teil
lässt sich die Motivation der AfD-Wähler aber mit ihrer diffusen Wut,
ihrer Unzufriedenheit über die politische Führung und ihren Ängsten
erklären. Sie fühlen sich übergangen. Sie sorgen sich um die Zukunft.
Protestwähler. Man kann darauf mit Beschimpfungen und Überheblichkeit
bis hin zur Diskussionsverweigerung reagieren, wie es die Vertreter
der großen Parteien bisher tun. Oder man befasst sich eine Sekunde
mit dem Unmut, reflektiert und überlegt, wie es dazu kommen konnte.
Der AfD-Erfolg wäre dann ein Weckruf. Die Politik würde mit
Leidenschaft, Optimismus und klugen Konzepten für Zuwanderung
antworten. Sie würde die Chancen eines vereinten Europas in der
Weltwirtschaft erklären und eigene Fehler einfach mal einräumen. Dann
hätte diese Wahl etwas Gutes gebracht. Man würde sogar sagen: Vielen
Dank, AfD.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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