Rheinische Post: Kommentar / Virtueller Lauschangriff = Von Michael Bröcker

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Wer die Kommunikation im eigenen persönlichen
Umfeld beobachtet, dürfte verstehen, dass sich auch Kriminelle und
Terrorplaner die Effizienz der digitalen Medien zunutze machen. Eine
im begründeten Verdachtsfall schnelle und unkomplizierte Kooperation
zwischen den sozialen Netzwerken und den Ermittlungsbehörden kann
daher Leben retten und mehr Sicherheit bieten. Alleine in Deutschland
nutzen täglich inzwischen knapp 30 Millionen Menschen Facebook. Im
Vorfeld des Anschlags auf den Sikh-Tempel in Essen konnten sich nach
bisherigen Erkenntnissen polizeibekannte Personen in einer
Whats-App-Gruppe über Monate unentdeckt von den Behörden mit
Anschlagsplanungen befassen. Die Chat-Gruppen sind der blinde Fleck
für die Ermittler. Telefone können überwacht, selbst Wohnungen dürfen
als äußerstes Mittel der Strafverfolgung abgehört werden („großer
Lauschangriff“). Im Netz aber stoßen Fahnder auf den Unwillen der
US-Internet-Firmen, Daten preiszugeben. Das kann so nicht bleiben.
Das Risiko ist einfach zu groß.

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Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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