Rheinische Post: Kommentar / Vorbilder des Alltags = Von Lothar Schröder

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Das verhinderte Attentat im
Hochgeschwindigkeitszug nach Paris ist keine Heldengeschichte. Sie
ist eine Glückgeschichte all der 550 Passagiere, die noch einmal mit
dem Leben davon gekommen sind und nicht Opfer islamistischen Terrors
wurden. Aber: Ohne die drei Amerikaner und den Briten gäbe es diese
Glücksgeschichte jetzt nicht zu erzählen. Sicher, die soldatische
Ausbildung mag ihnen geholfen haben; und der Reflex, sich in
Sekundenschnelle zum Handeln zu entscheiden, wird eingeübt sein. Doch
dahinter steht eben auch die Bereitschaft eines selbstlosen
Einsatzes. Und das ist mehr als eine Truppenübung; ihr
Trainingsprogramm ist die über Jahre gereifte Überzeugung, dass
unsere Werte einer freiheitlichen und toleranten Welt eine solche
Selbstlosigkeit verdient.

Wir sollten sie darum nicht aufs Schild irgendeines Heldentums
hieven. Dort oben wären sie viel zu weit weg vom Alltag, von unserer
Realität und auch von uns. Vorbilder sollten sie sein – für die
vielen und oftmals kleinen Situationen des Alltags, in denen die
Werte, die wir achten, von uns nur das fordern: Zivilcourage.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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