Rheinische Post: Kommentar / VW verharmlost = Von Florian Rinke

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VW-Chef Matthias Müller würde gerne über die
Zukunft reden statt immer nur über manipulierte Abgaswerte.
Digitalisierung, Elektromobilität – darum soll es gehen. Doch so
leicht ist es nicht. Denn die Sünden der Vergangenheit und die
Zukunftsthemen hängen in Wolfsburg eng zusammen. Weil der Konzern
Milliarden für Rückrufe und Strafen zahlen muss, fehlt ihm das Geld
für große Investitionen. Statt sich auf die Entwicklung neuer Ideen
für die digitale Autowelt zu konzentrieren, muss VW seit Monaten
seine Führungskultur diskutieren. Im digitalen Wettstreit braucht es
Demut, um angesichts immer neuer Angreifer hungrig zu bleiben. Demut
bedeutet auch, mit eigenen Schwächen offen umzugehen. Für viele
Gründer ist das ein Schlüssel zum Erfolg, weil es sie lehrt, Dinge
immer besser zu machen. Auch Müller räumt Fehler ein. Doch so lange
der Konzern seinen Vorständen selbst für das desaströse Jahr 2015
noch hohe Boni zahlt und den Abgasskandal als „Dieselthematik“
verharmlost, gibt es große Zweifel, dass bei Volkswagen alle den
neuen Kurs verinnerlicht haben.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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