Rheinische Post: Kommentar / Wackliger Atom-Deal = Von Matthias Beermannn

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Nach zwölf Jahren scheint endlich ein
Durchbruch im Streit um das iranische Atom-Programm erreicht. Eine
gute Nachricht, die allerdings im Konjunktiv formuliert werden muss.
Zum einen ist das Abkommen, das den Bau von iranischen Nuklearwaffen
verhindern soll, noch längst nicht ausverhandelt. Beim Feilschen ums
Kleingedruckte könnte der Deal immer noch platzen. Zum anderen sind
die politischen Widerstände weiter riesig – im US-Kongress, aber auch
in Teheran, wo die Hardliner das Abkommen als Unterwerfung gegenüber
dem „großen Satan“ USA empfinden. Deswegen darf jetzt nicht gepfuscht
werden. Der Deal mit dem Iran muss sich strikt überwachen lassen, und
es muss sichergestellt sein, dass die Sanktionen bei einem Verstoß
automatisch wieder greifen. Zu häufig hat der Iran geblufft, als dass
man ihm blind vertrauen dürfte. So argumentieren jene, die wie
Israels Premier Benjamin Netanjahu jeden Vertrag mit Teheran für
Teufelszeug halten. Aber was wäre die Alternative? Ein
Präventivkrieg? Nein, das Abkommen hat eine Chance verdient.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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