Rheinische Post: Kommentar / Wegducken gilt nicht beim „Turbo-Abitur“ = Von Frank Vollmer

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Lieber nichts sagen, als etwas zu sagen, das
jemanden vergrätzen könnte – so handelt beim „Turbo-Abitur“
inzwischen nicht nur die Schulministerin, sondern auch ein großer
Teil der Basis von CDU und SPD in NRW. Am liebsten würden viele die
Entscheidung „Zurück zu G 9?“ auf die Zeit nach der Landtagswahl
verschieben – man möge doch abwarten, heißt es dann, was die
wissenschaftliche Auswertung der Reformen ergibt, die der runde Tisch
2014 auf den Weg gebracht hat. So lässt sich aber keine Politik
machen. In zehn Jahren G 8 ist auch ohne Wissenschaft eins klar
geworden: Das System funktioniert, wenn es entschlossen umgesetzt
wird, sonst nicht. Daraus kann man drei Schlüsse ziehen – G 8
behalten (und gemäß den Ergebnissen der Evaluation weiter daran
arbeiten), zurück zu G 9 oder Wahlfreiheit für die Schulen. Viele
Argumente sprechen gegen einen erneuten Systemwechsel, auch wenn der
immer wahrscheinlicher wird. Jedenfalls aber müssen sich Politiker
eine klare Meinung leisten. Und zwar vor der Wahl, wenn sie nicht zu
Getriebenen der AfD werden wollen. Ganz nebenbei hat der Wähler in
dieser zentralen Frage Anspruch auf Antworten. Sich wegzuducken, ist
keine Lösung, sondern Verweigerung.

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Rheinische Post
Redaktion

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