Rheinische Post: Kommentar / Wendepunkt beim Asyl = Von Eva Quadbeck

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Mit der neuen Prognose der Bundesregierung zu
den Flüchtlingszahlen steht Deutschland am Wendepunkt seiner
Asylpolitik. Einfach nur die Asyl-Verfahren zu beschleunigen, reicht
nicht aus, die steigende Zahl unerledigter Anträge zu bremsen. Auch
was die Stimmung angeht, steht Deutschland an einem kritischen Punkt.
Viele Kommunen sind überfordert, die ehrenamtlichen Helfer erschöpft.
Wenn die Bevölkerung den Eindruck gewinnt, dass die Regierung die
Koordination der Flüchtlinge nicht in den Griff bekommt, kann aus den
Sorgen der Bürger Ablehnung werden.

Die Regierung hat diese Gefahr erkannt. Sie hat bislang aber zu
wenig politische Führung gezeigt. Dem markigen Auftritt des
Innenministers gestern müssen nun Taten folgen. Die wichtigste
Herausforderung ist es, die Kapazitäten der
Erstaufnahme-Einrichtungen auszuweiten. Dann kommen in den Kommunen
nur jene Flüchtlinge an, die bleiben dürfen. Dieser Schritt ist
psychologisch für die Akzeptanz der Flüchtlinge von Bedeutung, und er
sorgt für weniger Konflikte in den Unterkünften.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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