Rheinische Post: Kommentar / Wichtiges Handwerk = Von Florian Rinke

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Das Handwerk wirbt selbstbewusst: Man sei die
Wirtschaftsmacht von nebenan, heißt es auf Plakaten. Doch dass die
Zahl der Meister im Kammerbezirk Düsseldorf gesunken ist, zeigt, dass
die Botschaft bei jungen Leuten nicht ankommt: Immer weniger
Schulabgänger entscheiden sich für eine Ausbildung im Handwerk- und
daran trägt die Politik eine Mitschuld. Jahrelang war es erklärtes
Ziel, die Zahl der Studienanfänger zu steigern. Mit Erfolg: 2015
könnten erstmals mehr Menschen ein Studium beginnen als eine
Ausbildung. Politisch mag die Akademisierung gewollt sein, sinnvoll
ist sie nicht. Deutschland stünde nicht so gut da, wenn es allein das
Land der Dichter und Denker wäre. Bei der Meisterfeier gestern in
Düsseldorf sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), selbst
Jurist, er sei sicher, dass Handwerker das Land mehr voranbrächten
als hochschulgebildete Juristen. Das war Schmeichelei, ist aber
trotzdem wahr: Auch in einer digitalisierten Welt müssen Produkte
hergestellt, eingebaut werden. Auch dafür braucht es kluge Köpfe –
gerade im Industrieland Deutschland.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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