Rheinische Post: Kommentar: Winterkorn lenkt von Verantwortung ab

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Die Begründung, mit der VW-Chef Martin
Winterkorn einen Rücktritt abwehrt, ist dreist: Es sei falsch, einen
Generalverdacht gegen die Mitarbeiter des Konzerns auszusprechen. Das
würde „die harte und ehrliche Arbeit“ von 600.000 Menschen
diskreditieren. Winterkorn lenkt von seiner Verantwortung ab: Der
promovierte Ingenieur ist seit 2007 Chef von Europas größtem
Autokonzern und gleichzeitig auch Entwicklungschef, der sich um jedes
Detail kümmert. Er leitete früher ein Prüflabor. Er weiß also, wie
wichtig ein korrektes Verfahren bei Tests ist. Angesichts der
zentralistischen Steuerung von VW von Deutschland aus ist wohl
ausgeschlossen, dass einige US-Ingenieure auf eigene Faust die
Motorensteuerung manipuliert haben. Außerdem wurden ja die Motoren
von elf Millionen Wagen weltweit manipuliert. Und schon seit einem
Jahr versuchte VW, kritische Nachfragen der US-Behörden abzublocken –
bis nun die ganze Wahrheit zugegeben wurde. Muss Winterkorn abtreten?
Es gibt an sich keine Alternative. Entweder er hat VW doch nicht im
Griff gehabt. Oder, und das ist wahrscheinlicher, er hat gezielt
Tricks zugelassen, damit die Wagen umweltfreundlicher erscheinen als
sie sind. Das wäre Betrug.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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