Rheinische Post: Kommentar / Wutbürger in Iowa = Von Frank Herrmann

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Was die erste Runde der US-Vorwahlen in Iowa
zeigt, ist die Entfremdung der amerikanischen Wähler von ihrer
politischen Klasse. Viele trauen traditionellen Politikern nichts
mehr zu. Sie hadern mit Barack Obama, der natürlich nicht alle
Hoffnungen erfüllen kann, mit denen er überladen wurde. Sie
verzweifeln an einem Kongress, in dem die Republikaner den Ton
angeben und der sich angesichts tiefer Parteiengräben am Rande der
Handlungsunfähigkeit bewegt. Die Volkswirtschaft ist zwar nach
Finanzkrise und Rezession wieder gewachsen, die persönlichen
Einkommen indes stagnieren, wenn sie real nicht sogar sinken. Die
Schuld dafür geben die Wähler der Politik. Die aufgewühlte, teils
verbitterte Stimmung hat Kandidaten, die noch unlängst als krasse
Außenseiter galten, in Iowa triumphieren lassen. Den Durchmarsch zur
Nominierung bei den Demokraten, den manche Hillary Clinton prophezeit
hatten, wird es nicht geben. Und Donald Trump? Der Prahlhans ist
zurückgeholt auf den Boden der Realität. Es ist zu früh, ihn bereits
abzuschreiben. Aber der Lack ist ab.

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Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2621

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