Rheinische Post: Kommentar / Zikas Fluch = Von Wolfram Goertz

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Keime ähneln uns Menschen: Sie sind sesshaft
und mobil zugleich. Sie heften sich an Arztkittel und machen als
Globetrotter Karriere. Wie sie unsere erlernte Ängstlichkeit
animieren, haben wir bei Ebola erlebt. Als Patienten aus Afrika zur
Behandlung nach Deutschland geholt wurden, wirkte die Panik
mancherorts fast irreal. Das meist durch die Aedes-aegypti-Mücken
übertragene Zika-Fieber ist mit Ebola nicht vergleichbar, es gleicht
einem Infekt mit Hautausschlag und geht vorüber. Gleichwohl droht der
mögliche Zusammenhang mit Schädelmissbildungen bei Neugeborenen, weil
die Mutter in der Schwangerschaft angesteckt wurde, zum Fluch von
Zika zu werden. Die WHO hat konsequent gehandelt, als sie den
globalen Notstand ausrief. Bei uns fehle es an Überträger-Mücken,
heißt es. Das ist ein Irrtum. Die Asiatische Tigermücke ist in
Süddeutschland längst heimisch und kann das Zika-Fieber weitergeben;
Touristen haben das Virus bereits importiert. Deshalb für alle: Panik
nein, Wachsamkeit ja. Und für Verzagte: Moskitonetze machen morgens
wirklich schönes Licht im Schlafzimmer.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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