Rheinische Post: Kommentar / Zuckerbergs Signal = Von Florian Rinke

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Dass Mark Zuckerberg sein Milliardenvermögen in
eine Stiftung überführen will, ist ein Signal: Offensichtlich gibt es
im Silicon Valley eine Elite, die dem Staat die Bewältigung
zukünftiger Aufgaben nicht zutraut. Also investiert man lieber
selbst, statt Steuern zu zahlen. Zweifelhafte Kriege samt folgender
Flüchtlingsströme, ein fortschreitender Klimawandel und die
mangelhafte Bekämpfung der Armut bestärken sie. Mit ihrem Vermögen
wollen sie das Gemeinwesen nach ihren Regeln aufbauen – gespeist vom
Glauben an die Überlegenheit der Technologie. Die Radikalität ist
gefährlich, wenn sie dazu führt, dass staatliche Institutionen
ausgehebelt werden, wenn sich ein technologiegetriebener
Paternalismus ausbreitet. Das Primat der Politik ist in Gefahr, wenn
die Zuckerbergs dieser Welt Probleme lieber allein erledigen.
Politiker sollten dies ernst nehmen. Das fängt beim Pariser
Klimagipfel an und hört bei der deutschen Rentenpolitik auf.
Andernfalls werden immer mehr Leute lieber auf die
Valley-Weltverbesserer setzen. Das wäre fatal. Ein „Gefällt
mir“-Knopf ersetzt keinen demokratischen Prozess.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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