Rheinische Post: Kommunen: Flüchtlingskrise engt Spielraum für Tarifrunde ein

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Kurz vor Bekanntgabe der Tarifforderung bei
Bund und Kommunen haben die Arbeitgeber die Gewerkschaften auch wegen
der Kosten der Flüchtlingskrise zu Zurückhaltung aufgerufen. Der
Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA),
Thomas Böhle, sagte der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen
Post“ (Donnerstagausgabe): „Die Tariflöhne der 2,1 Millionen
Kommunalbeschäftigten sind zuletzt stärker gestiegen als in der
Gesamtwirtschaft. Einen Nachholbedarf sehe ich da nicht.“ Zu hohe
Abschlüsse würden die ohnehin angespannte Lage vieler Kommunen noch
verschärfen.

Böhle verwies auf den immer noch hohen Schuldenstand von 144,5
Milliarden Euro. „Und diese Situation wird durch die Flüchtlingskrise
verschärft“, so der Verhandlungsführer der Kommunen. Jeder
Prozentpunkt der Gewerkschaftsforderung koste die kommunalen
Arbeitgeber zusätzlich 900 Millionen Euro jährlich. Auf die Frage, ob
man die am Limit arbeitenden städtischen Flüchtlingshelfer nicht
finanziell besserstellen müsse, sagte Böhle: „Wichtiger ist, dass die
Arbeitsverdichtung zügig abgebaut wird. Das schaffen wir nur über
zusätzliches Personal. Zu starke Entgelterhöhungen verhindern aber
Neueinstellungen.“

Der VKA-Chef, der zugleich Personalreferent bei der Stadt München
ist, rechnet nicht mit einer konfliktfreien Tarifrunde:
„Erfahrungsgemäß lassen die Gewerkschaften keine Gelegenheit aus, um
in Streikmaßnahmen einzutreten. Ich hoffe trotzdem stark, dass wir am
Verhandlungstisch vorankommen und der Bevölkerung Streiks erspart
bleiben.“

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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