Rheinische Post: Krankenkassen brauchen Steuermittel Kommentar Von Birgit Marschall

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Die Gesundheitsversorgung Hunderttausender
Flüchtlinge ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie sollte
daher aus Steuermitteln finanziert werden. Bliebe es dabei, dass die
Beitragszahler der Krankenversicherung dafür aufkommen sollen, und
stiege deshalb in den kommenden Jahren der Beitragssatz, wäre das ein
gefundenes Fressen für alle jene politischen Kräfte, die die Bürger
derzeit gegen Flüchtlinge, etablierte Parteien und Regierung
aufhetzen. Finanzminister Schäuble wird also hoffentlich tiefer in
seine Kasse greifen und den Krankenkassen zusätzliche Steuermittel
zukommen lassen, um ihre steigenden Ausgaben auszugleichen. Vor allem
Kassen wie die AOK, bei denen überdurchschnittlich viele
Hartz-IV-Empfänger versichert sind, leiden darunter, dass der
Zuschuss der Bundesagentur für Arbeit für deren Versorgungskosten
nicht ausreicht. Das einzige Mittel gegen dauerhaft hohe Kosten der
Gesundheitsversorgung ist die schnelle Arbeitsmarktintegration vieler
Flüchtlinge. Knapp die Hälfte verfügt Untersuchungen zufolge über
recht gute Voraussetzungen dafür. Staat und Unternehmen sollten
unbedingt bei den Stärksten ansetzen und sie gezielt fördern, um
schnelle Erfolge vorzuweisen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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