Rheinische Post: Kuschen vor der Türkei

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von Matthias Beermann

Der Streit um die Bewertung des Genozids an den Armeniern ist so
alt wie die 1923 von Kemal Atatürk gegründete türkische Republik. Der
neue Staat wollte sich nie zu den von der osmanischen
Vorgängerregierung verantworteten Gräueln bekennen, die weltweit so
gut wie alle Historiker als systematischen Völkermord einstufen. Bis
heute jedoch werden die schrecklichen Vorkommnisse von der Türkei in
ihrer Bedeutung relativiert. Erst unlängst intervenierte Ankara gegen
ein unter anderem von der EU-Kommission gefördertes internationales
Projekt der Dresdner Symphoniker zum Völkermord an den Armeniern. In
Brüssel haben sie gekuscht und jeden Hinweis auf die Unterstützung
der EU aus dem Internet getilgt. Nun will die Türkei verhindern, dass
der Bundestag sich in einer Entschließung zu einer Verurteilung des
Völkermordes bekennt – wie es andere Parlamente übrigens längst getan
haben. Es ist kein Geheimnis, dass man in Berlin in diesen Tagen
beinahe alles tut, um der Türkei zu gefallen. Aber es darf nicht
sein, dass sich nun auch noch unser Parlament in den Staub wirft

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Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2621

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