Rheinische Post: Lehren aus Nizza Kommentar Von Martin Kessler

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Noch ist Frankreich in Trauer vereint, noch
beschwören alle die republikanischen Werte, noch nehmen die Menschen
die vermeintliche Unabwendbarkeit des Terrors hin. Alles richtig.
Aber jenseits der Fassungslosigkeit über die Tat von Nizza beginnt
die Debatte, ob wir nicht doch in einem Ausnahmezustand leben.
Natürlich müssen wir den Terror mit rechtsstaatlichen Mitteln
bekämpfen. Wir dürfen auch nicht eine Religion wie den Islam oder
eine Gruppe wie die Zuwanderer aus Nordafrika unter Generalverdacht
stellen. Aber wir müssen akzeptieren, dass die unbeschwerte Zeit nach
dem Fall des Eisernen Vorhangs und des sich ausbreitenden
Weltfriedens vorbei ist. Wir leben in einer angespannten Situation.
Unsere Sicherheitskräfte müssen noch wachsamer, die Möglichkeiten
technischer Überwachung noch konsequenter ausgeschöpft werden. Wir
müssen uns etwas mehr Überwachung und Kontrolle gefallen lassen, auch
wenn das den Alltag berührt. Und vor allem: Wir müssen uns das
unbedingte Ziel setzen, den Terror mit allen legalen Mitteln zu
besiegen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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