Rheinische Post: Missbrauchte Patriots

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von Matthias Beermann

Die Stationierung deutscher „Patriot“-Flugabwehrraketen in der
Türkei war von Anfang an ein vorwiegend politisch motivierter
Einsatz. Zwar waren vor der Verlegung der Bundeswehr-Soldaten 2012
einige syrische Granaten im türkischen Grenzgebiet eingeschlagen.
Aber gegen solche Attacken hätten auch die Hightech-Raketen nichts
ausrichten können. Und gezielte Angriffe von syrischen Kampfjets oder
Boden-Boden-Raketen waren schon damals sehr unwahrscheinlich. Nein,
bei der Entsendung deutscher Soldaten ging es in Wirklichkeit vor
allem um ein Zeichen der Solidarität mit dem Nato-Partner Türkei. Das
war richtig. Aber ebenso richtig ist es, die „Patriots“ jetzt
abzuziehen. Denn die Türkei missbraucht die Bündnis-Solidarität. Die
Regierung in Ankara hat einen neuen Krieg gegen die Kurden vom Zaun
gebrochen, weil sie die Bildung eines eigenständigen kurdischen
Territoriums im syrisch-türkischen Grenzgebiet verhindern will. Eine
Eskalation, die wohl auch sehr zynische innenpolitische Gründe hat.
Wie auch immer: Dies ist nicht unser Krieg.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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