Rheinische Post: NRW-Frauenförderung schafft neues Unrecht Kommentar Von Thomas Reisener

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Im öffentlichen Dienst des Landes sind weniger
Frauen als Männer in Führungspositionen vertreten. Teils aus
historischen Gründen: Die Polizei etwa war lange ein reiner
Männerberuf. Noch heute sind 78 Prozent der Polizisten Männer.
Entsprechend lange dauert es, bis Polizistinnen dort in die
Führungspositionen nachwachsen. Zum überwiegenden Teil ist die
schwache Präsenz von Frauen auf den Chefsesseln der Verwaltung aber
das Ergebnis von Diskriminierung. Männerbünde und Vorurteile spielten
bei der Auswahl lange eine größere Rolle als die Qualifikation. Es
ist richtig, dass die Landesregierung diesen Missstand korrigieren
will und auf einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis auch in der
Führung besteht. Aber sie greift zum falschen Mittel. Laut neuem
Dienstrecht müssen Frauen sogar bei schlechterer Qualifikation
bevorzugt werden. Damit wird einer ganzen Generation von Männern das
Recht auf Karriere abgesprochen. Diese Männer können aber selbst gar
nichts dafür, dass Frauen so lange benachteiligt wurden. Die Welt
wird nicht besser, wenn eine Ungerechtigkeit gegen eine andere
ersetzt wird. Besser wäre, die Auswahlkriterien zu schärfen und deren
objektive Anwendung zu überwachen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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