Rheinische Post: Politologe Niedermayer sieht keinen Umfragebonus für Malu Dreyer

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Der Berliner Politikwissenschaftler Oskar
Niedermayer sieht die SPD in Rheinland-Pfalz durch den letzten
Meinungsumschwung in Umfragen nicht automatisch im Vorteil bei der
Landtagswahl am Sonntag. „Ein ,Last Minute Swing– ist ein
zweischneidiges Schwert“, sagte Niedermayer der in Düsseldorf
erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). Einerseits könnten
sich SPD-Anhänger in Rheinland-Pfalz nun ermutigt fühlen, die
Trendwende wirke also mobilisierend. „Andererseits mobilisiert ein
solcher Umschwung auch im gegnerischen Lager“, sagte der
Parteienforscher. Das könne mehr Wähler zu einem Kreuzchen bei der
CDU bewegen. „Ein anderer Effekt: Die Wahlbeteiligung könnte
steigen“, sagte Niedermayer. Mit Blick auf die Gründe für das zuletzt
gute Abschneiden von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in den
Umfragen sagte der Wissenschaftler: „Malu Dreyer hat einen Amtsbonus
als Ministerpräsidentin und hat in ihrem erfolgreichen Wahlkampf das
Vertrauen der Wähler nicht erschüttert.“ Hingegen habe
CDU-Herausforderin Julia Klöckner zuletzt viel Vertrauen beim Wähler
eingebüßt, weil sie mit Baden-Württembergs CDU-Spitzenkandidat Guido
Wolf ein Papier gegen die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin
veröffentlichte. „Das sollte man in der Endphase keinesfalls tun,
weil man damit nur für Verunsicherung sorgt“, sagte Niedermayer.
Gleichzeitig ist er sicher: „Hätte Dreyer am TV-Duell mit der AfD
teilgenommen, hätte sie noch mehr Prozentpunkte zulegen können.“

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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