Rheinische Post: Polizei versagt völlig bei der EM

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von Gianni Costa

Es ist gerade einmal sieben Monate her, dass bei Attentaten des IS
in Paris 130 Menschen ums Leben gekommen sind – rund um das
Fußball-Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland. Die
Europameisterschaft sollte nun auch ein gigantisches Zeichen der
Freiheit werden. Um diese zu schützen, sind mehr als 90.000
Polizisten im Einsatz. Schon am ersten EM-Wochenende ist es dennoch
zu Angriffen gekommen. Allerdings nicht wie befürchtet von
sogenannten Gotteskriegern, sondern von völlig enthemmten
Prügelknaben aus Russland und England, unterstützt von französischen
Jugendlichen. Und auch Deutsche haben gestern in Lille randaliert.
Die Polizei wirkte in dem Chaos völlig überfordert und hatte die Lage
nicht unter Kontrolle. Sie ließ die organisierten Hooligans einfach
gewähren. Es wirkte, als sei sie vollkommen überrascht, mit welcher
Aggressivität die Gewalttäter zuschlagen. Das macht das Ganze noch
viel unfassbarer. Wie konnten sich die Sicherheitskräfte so
überrumpeln lassen? Es ist aber auch ein jämmerliches Bild für
Europa, dass die Zusammenarbeit zwischen den Nationen und Behörden
offensichtlich nicht klappt: Kriminelle müssen viel früher gestoppt
werden.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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