Rheinische Post: Rheinischer Präses: Pegida-Hetze ist das Gegenteil von Christentum

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Die Evangelische Kirche im Rheinland verschärft
ihren Ton gegenüber der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung deutlich.
„Das ist das Gegenteil des Christentums und seines Kerns“, schreibt
der rheinische Präses Manfred Rekowski in einem Beitrag für die in
Düsseldorf erscheinende Rheinische Post (Samstagausgabe): „Wem es um
die Werte geht, für die das christliche Abendland steht, der ist bei
Pegida & Co. falsch. Da sind keine Retter des christlichen
Abendlandes. Dort wird Hass geschürt.“ Rekowski erinnerte an das
Attentat auf die Kölner Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker:
„Von der Parole zur Lynch-Fantasie und von der Hassrede zur Gewalttat
ist es nur ein Katzensprung.“ Er sei über „Hemmungslosigkeit“ und
„Hetze“ erschüttert: „Die Versammlungen von Pegida und Konsorten sind
Brutstätten dieses Ungeistes.“

Der komplette Beitrag im Wortlaut:

Erst Fahnen und Transparente, dann Miniatur-Galgen und nun der
Mordangriff auf die Politikerin Henriette Reker – von der Parole zur
Lynch-Fantasie und von der Hassrede zur Gewalttat ist es nur ein
Katzensprung. Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte gibt es seit
Monaten beinahe täglich. Mich erschüttern Hemmungslosigkeit und
Tabubruch, die nicht erst im Attentat von Köln sichtbar wurden. Die
Versammlungen von Pegida und Konsorten sind Brutstätten dieses
Ungeistes. Dort und in sozialen Netzwerken geben viele vor, das
christliche Abendland verteidigen zu wollen. Ihre Hetze offenbart
aber, dass es ihnen ums Abendland nicht gehen kann – jedenfalls nicht
um das christliche. Wüssten sie, was das Christliche am Abendland
ausmacht, würden sie anders denken und reden und vor allem anders
handeln. Ich wiederhole mich, aber ich erkläre es, wenn nötig, immer
wieder: Das christliche Abendland speist sich aus seinen jüdischen
Wurzeln. Es speist sich aus den Wurzeln, aus denen Jesus von
Nazareth, der Christus, gelebt hat. Er war Jude und kannte das Gesetz
Gottes: Darin hat Gott den Seinen die Fremdlinge ans Herz gelegt –
genauso wie die Witwen und Waisen, die heute sinnbildlich für
Menschen stehen, die Schutz und Fürsorge brauchen: z. B. Arme,
Asylsuchende und Obdachlose gleichermaßen. Was das Christliche
ausmacht, kann man in der Bibel nachlesen. Die Bibel, das Buch, auf
das wir Christen uns nicht nur im Abendland berufen, weiß, wie die
Menschen ticken. Sie weiß nicht nur um Schutzbedürftige. Sie erzählt
auch von der Wut derer, die meinen, zu kurz zu kommen. Sie kennt
Überheblichkeit und Bosheit der Menschen. Und Gleichgültigkeit und
Versagen der Mächtigen sind ihr auch nicht fremd. Die Bibel ist da
ganz von dieser Welt. Aber sie beschreibt auch Wege, die aus Angst,
Neid und zerstörerischem Hass herausführen. Sie erzählt, wie Jesus
diese Wege vorgelebt hat – gewaltfrei. Einfach zu gehen sind diese
Wege nicht. Auch das weiß die Bibel. Wem es um die Werte geht, für
die das christliche Abendland steht, ist bei Pegida & Co. falsch. Da
sind keine Retter des christlichen Abendlandes. Dort wird Hass
geschürt. Das ist das Gegenteil des Christentums und seines Kerns.
Gottes Liebe zu den Menschen ist der Kern. Diese Kern-Botschaft
weitet Herz und Horizont, und das haben wir bitter nötig. Weil ich
Christ bin, werde ich nicht müde, auch das immer wieder in Erinnerung
zu rufen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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