Rheinische Post: Rockergewalt – Razzien allein reichen nicht

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Der Großeinsatz der Polizei in Neuss zeigt vor
allem: Der Kampf der Rockerbanden um die Vormachtstellung im
Rotlichtgewerbe und Drogenhandel beschränkt sich nicht mehr nur auf
die Milieus der Ruhrgebietsstädte. Die Auseinandersetzung zwischen
Bandidos, Hells Angels und ihren Unterstützerclubs verlagern sich
zunehmend ins Rheinland. Dabei gleicht es einem Wunder, dass bei den
wöchentlichen Angriffen bislang noch keine Unbeteiligten verletzt
oder getötet worden sind. Umso wichtiger ist es, dass die Polizei
weiter mit aller Entschiedenheit gegen Rocker vorgeht. So wie sie es
jetzt in Neuss und vor kurzem in Mülheim getan hat. Der Innenminister
muss mit Razzien und Großkontrollen den Druck auf die Kriminellen
weiter hochhalten. Doch massive Polizeipräsenz wird auf Dauer nicht
ausreichen. Der Rechtsstaat droht den Kampf gegen die
Rockerkriminalität auf lange Sicht zu verlieren, wenn den Ermittlern
weiterhin der Zugriff auf die Vorratsdatenspeicherung verwehrt
bleibt. Sie müssen die Telefone und Computer der Rocker überwachen
dürfen. Ansonsten kann die Polizei immer nur reagieren – und nicht
agieren. Denn die Rocker hören mit Sicherheit den Polizeifunk ab.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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