Rheinische Post: Rückkehr der Streiklust Kommentar Von Maximilian Plück

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Die gute Nachricht: In der zweiten Jahreshälfte
wird es ruhiger an der Streikfront. Die Konflikte bei Bahn und Post
sind vom Tisch, die Pilotengewerkschaft verschafft der Lufthansa
zumindest zur Hauptreisezeit eine Atempause. Auch bei den
Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst dürfte die Lust
abebben, den Konflikt auf der Straße auszutragen – nicht zuletzt weil
er Verdi immer teurer zu stehen kommt. Weitere Großbaustellen sind
nicht in Sicht. Ein gebeuteltes Land atmet auf. Dabei wurde die
deutsche Sozialpartnerschaft kurz nach der Finanzkrise allseits
gelobt. Gewerkschaften und Arbeitgeber zogen an einem Strang, um
Menschen im Job zu halten, bis der Konjunkturmotor wieder ansprang.
Dass es nicht so friedlich weitergehen würde, war klar. Aber das
Ausmaß der Konflikte 2015 ist erschreckend. Bei aller berechtigten
Kritik an der wiederentdeckten Streiklust der Gewerkschaften und an
teils unnötigen Statuskonflikten muss sich auch so mancher
Arbeitgeber fragen, ob er mit verlangten Einschnitten nicht auch zu
der Verschärfung beigetragen hat.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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