Rheinische Post: Schäubles Vorschlag Kommentar Von Birgit Marschall

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Kalifornien gilt Wolfgang Schäuble als Vorbild:
Als der US-Bundesstaat 2009 wegen eines Haushaltsstreits
vorübergehend zahlungsunfähig war, bezahlte er seine Beamten mit
Schuldscheinen. Als sich der Streit aufgelöst hatte, konnte
Kalifornien die Schuldscheine in Dollar zurückkaufen. Genauso soll es
nach Schäubles Vorstellung jetzt Griechenland machen: Zur
Überbrückung seiner Finanznot soll es Rentnern und Staatsdienern
Schuldscheine aushändigen. Nach der Einigung über ein drittes
Hilfspaket kann es die in Euro zurückkaufen. Was ökonomisch gesehen
kein schlechter Vorschlag ist, bringt politisch gesehen die Gemüter
vieler Kritiker weiter gegen Schäuble auf. Schuldscheine könnten
nämlich ein Einstieg in den Grexit sein, wenn sie zu einer
Parallelwährung werden. Schäuble muss sich schon wegen seines
Grexit-auf-Zeit-Vorschlags eines beispiellosen Shitstorms erwehren.
Die Kritik ist allerdings überzogen, ideologiegetrieben und falsch,
wenn man vom Ende her denkt: Ohne Schäubles Coup hätte es statt einer
Einigung mit Athen den so verteufelten Grexit erst recht gegeben.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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