Rheinische Post: Staatliche Hilfe muss leicht zugänglich sein Kommentar Von Jan Drebes

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Die Bundesregierung meint es doch nur gut: Mit
ihren sogenannten Pflegestärkungsgesetzen will sie für
Pflegebedürftige und deren Angehörige ein weiches Sicherheitsnetz
spannen. Seit 2015 steht allen Pflegebedürftigen und Angehörigen
weiteres Geld etwa für Haushaltshilfen oder mehr Betreuung am Tag und
in der Nacht zur Verfügung. Das ist die Theorie. Doch die Realität
sieht anders aus. Menschen, die zu einem Pflegefall werden, stehen
vor einem gigantischen Bürokratieberg. Weil das zumeist ältere
Menschen betrifft, immer häufiger mit Demenz, müssen Angehörige bei
den Formularen helfen und sich in neue Begriffswelten einarbeiten.
Wer kennt schon den Unterschied zwischen „erheblich“ oder „in
erhöhtem Maße eingeschränkter Alltagskompetenz“? Es gilt, die
Pflegestufe zu beantragen, das Haus oder die Wohnung umzubauen oder
gleich ein geeignetes Heim zu finden, dazu kommt emotionaler Stress,
Doppelbelastung neben dem Job. All das weiß die Bundesregierung, all
das ist in den Ländern bekannt. Und trotzdem schafft es die Politik
nicht, den Menschen einen schnellen, unkomplizierten Zugang zu den
Leistungen zu verschaffen. Solange sich das nicht ändert, nützt das
beste Gesetz nichts.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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