Rheinische Post: Streiks für Extrawürste

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von Maximilian Plück

Wer in den vergangenen Monaten auf die Bahn angewiesen war, auf
die Lufthansa, den Paketboten oder die städtische Kita, der hat sich
oft ärgern müssen. Die Tarifauseinandersetzungen im
Dienstleistungsbereich sind mit extrem harten Bandagen geführt
worden. Das belegt die jüngste Untersuchung des Instituts der
deutschen Wirtschaft. Die Bürger müssen sich dabei aber immer vor
Augen halten, dass Arbeitskämpfe ein Grundrecht sind. Sie müssen sie
wohl oder übel aushalten. Allerdings sollten sich die Gewerkschaften
auch stets fragen, welche Konflikte sie eingehen. Geht es um die
Abwehr von Einschnitten oder Ausgründungen, sind die Menschen eher
bereit, eine Eskalation ohne Murren zu akzeptieren. Geht es jedoch
nur um die Sicherung des gewerkschaftlichen Einflusses oder – um es
böse zu formulieren – um Extrawürste, dann schwindet zu Recht das
Verständnis. Die Industrie hat in der Vergangenheit vorgemacht, wie
gute Tarifpolitik funktioniert: sozialpartnerschaftlich auf Augenhöhe
– und das ganz ohne flächendeckende Streiks. Auch das ist also
möglich

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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