Rheinische Post: Tödliche Feuerpause

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Kommentar von Matthias Beermann

Wenn man unter einem Waffenstillstand das Ende von Kampfhandlungen
versteht, dann ist das kein Waffenstillstand, der in der Ost-Ukraine
herrscht. Der vor gut einem halben Jahr in Minsk geschlossene
Friedensplan steht faktisch nur auf dem Papier. Fast täglich sterben
in der Ost-Ukraine Menschen: Ukrainische Soldaten, pro-russische
Rebellen, aber auch immer mehr Zivilisten, die zwischen die Fronten
geraten. Und jederzeit kann das ganz große Gemetzel wieder losgehen.
Ob neue diplomatische Initiativen diesen Schwelbrand löschen können,
ist nach den bisherigen Erfahrungen leider mehr als zweifelhaft. Aber
versucht werden muss es. Selbstverständlich wird das nicht ohne
Beteiligung Russlands gehen, wie Außenminister Steinmeier ein ums
andere Mal betont. Über den Kopf der Ukraine hinweg aber auch nicht.
Vergessen wir nicht, wer in diesem Konflikt der Aggressor ist und wer
das Opfer. Die Ukraine hat ein Recht auf territoriale Unversehrtheit.
Und auch die Entscheidung über ihren Wunsch, sich stärker nach
Westeuropa zu orientieren, liegt nicht in Moskau.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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