Rheinische Post: TÜV schafft sich ab Kommentar Von Florian Rinke

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Der Streit zwischen Bundesregierung und TÜV
Nord zeigt, dass die VW-Affäre längst nicht nur das Produkt einiger
Manager des Autobauers ist. Sie ist ein Systemversagen auf allen
Ebenen. Der Chef des TÜV Nord klagt, man hätte gerne mehr geprüft,
habe aber rechtlich keine Handhabe gehabt. Und wenn schon.
Untersuchungen anderer Organisationen haben über Jahre hinweg belegt,
dass die gemessenen TÜV-Werte bar jeder Realität waren. Soll also
niemand sagen, man habe nichts gewusst. Doch das gehörte zum Spiel:
Jahrelang waren die Prüfdienste willige Erfüllungsgehilfen der
Automobilindustrie – die sie schließlich bezahlte. Dass man damit
seine Reputation aufs Spiel setzte, interessierte offenbar niemanden.
Selbst wenn die Politik mit lascher Gesetzgebung und jahrelangem
Wegsehen Raum für Missbrauch ließ, wäre es die Aufgabe eines
Prüfunternehmens gewesen, Alarm zu schlagen. Stattdessen muss es nun
akzeptieren, dass ihm der Ruf der Käuflichkeit anhaftet. Klar ist,
dass sich ein Prüfinstitut ohne Reputation am Ende selbst überflüssig
macht.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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