RNZ: Der Türöffner

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Christian Altmeier über Außenminister
Steinmeier auf Kuba

Es war ein historischer Besuch: Als erster Außenminister der
Bundesrepublik reiste Frank-Walter Steinmeier nach Kuba. Dabei bewies
der oberste deutsche Diplomat einmal mehr besonderes
Fingerspitzengefühl. Denn die sozialistische Insel ist zwar im Wandel
begriffen. Doch noch steht Kuba am Anfang der Reformen – und ist
weiter fest im Griff einer alternden Generation von Revolutionären,
die den gesellschaftlichen Wandel eher widerwillig und nur aus
wirtschaftlicher Notwendigkeit heraus angestoßen hat, als aus echter
Überzeugung. Der Weg zu einer vollständigen Öffnung Kubas ist daher
noch weit. Steinmeier weiß das – und reichte den Genossen in Havanna
vorsichtig die Hand, um durch politische, kulturelle und
wirtschaftliche Kontakte den Wandel voranzutreiben. Zwar sprach er
die Defizite bei Demokratie und Menschenrechten offen an, aber ohne
die Führung des darniederliegenden Karibikstaates zu verprellen.
Natürlich spielen für Deutschland auch wirtschaftliche Interessen
eine Rolle. Der Investitionsbedarf auf Kuba ist riesig – und es lockt
ein attraktiver neuer Markt. Nicht ohne Grund wurde der Außenminister
von einer Wirtschaftsdelegation nach Havanna begleitet. Doch liegt
dies auch im Interesse der Kubaner. Selbst wenn eine Verbesserung der
ökonomischen Situation das diktatorische Regime kurzfristig
stabilisieren würde, steht für die Bevölkerung ein Ende der Armut und
der mitunter katastrophalen Versorgungslage ganz oben auf der
Wunschliste. Und mittelfristig werden Handel, kultureller Austausch
und der absehbare Generationswechsel in Havanna auch eine weitere
Öffnung der Karibikinsel begünstigen.

Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011

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