RNZ: „Nebensachen“ – Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) zu Atommüll-Endlagersuche

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Von Sören S. Sgries

Der hochgelobte „Konsens“ zur Endlagersuche konnte nicht dauerhaft
halten. Das war schon Mitte April absehbar, als Bundesumweltminister
Altmaier und die Länderchefs ihre Einigung verkündeten. Überraschend
ist jedoch, dass die Koalition bereits jetzt, wenige Wochen später,
zu bröckeln beginnt. Und dabei geht es noch um vergleichsweise
läppische Streitpunkte. Zum Beispiel die Finanzierung: Für den Moment
sind die Sorgen wegen teurer Polizeieinsätze vielleicht
nachvollziehbar – aber nicht mit Blick auf die Menschheitsaufgabe,
Atomabfälle über unvorstellbare Zeiträume zu lagern. Letztlich wird
die Aufsicht über den gefährlichen Müll über Jahrtausende eine
staatliche Aufgabe sein. Ob und wie viel die Stromkonzerne am Ende
zahlen – es dürfte kaum mehr als eine Randnotiz der Geschichte sein.
Einfach abtun darf man den Kieler Widerspruch dennoch nicht: Das
gemeinsam mit Stuttgart vorgetragene Angebot, Zwischenlager für
Gorleben-Castoren zu öffnen, hatte den Kompromiss erst ermöglicht.
Dass jetzt die beiden Regierungen alleine dastehen, untergräbt das
Vertrauen. Es ist Altmaiers Aufgabe, auch die
Unions-Ministerpräsidenten in die Pflicht zu nehmen und Solidarität
einzufordern. Ein gutes Miteinander heute macht den
Endlager-Entschluss in Jahrzehnten nicht zum Selbstläufer. Aber es
kann die Akzeptanz erhöhen. Zwist schon jetzt, bei
Nebensächlichkeiten, ist jedenfalls unnötig und kontraproduktiv.

Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011

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