RNZ: Sehr seltsam

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Klaus Welzel zum Fall al-Bakr

Ein Mensch hat sich umgebracht, der vermutlich plante, hunderte
andere zu töten. Mitleid ist da nicht angebracht. Eher Entsetzen.
Entsetzen über den Plan an sich. Entsetzen aber auch über die
sächsische Polizei und Justiz. Entsetzen über die Engstirnigkeit, mit
der in Leipzig und Dresden versucht wird, zu rechtfertigen, was nicht
zu rechtfertigen ist. Erst konnte der mutmaßliche Terrorist nach
einem Warnschuss der Polizei fliehen, dann wird der Mann nach der
Verhaftung durch drei syrische Landsleute nur unzureichend überwacht
– das sind zu viele Fehlleistungen in einem einzigen Justizfall.
Wobei sich die Frage stellt, wer wiederum die Verantwortung dafür
trägt, dass al-Bakr nicht sofort der Generalbundesanwaltschaft
überstellt wurde. Auch dieser Aspekt muss jetzt dringend geklärt
werden. Es geht nicht in erster Linie darum, personelle Konsequenzen
zu ziehen. Im Zentrum aller Fragen steht vielmehr die lückenlose
Aufklärung aller bisherigen Verfehlungen. Jetzt einer erfahrenen
Psychologin die Alleinschuld an al-Bakrs Suizid zu geben, ist nicht
nur äußerst billig, sondern auch in der Sache unzureichend. Dass
solch ein Tatverdächtiger, der ja schon aufgrund der Vorwürfe gegen
ihn mit dem Leben abgeschlossen haben muss, behandelt wird, wie jeder
andere Kriminelle, ist schlicht nicht nachvollziehbar – auch ohne
besondere psychologische Vorbildung.

Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011

Original-Content von: Rhein-Neckar-Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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