RNZ: „Typisch deutsch“ – Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) zur Gesundheitskarte/Flüchtlinge

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Die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg)
kommentiert die Probleme bei der Einführung einer Gesundheitskarte
für Flüchtlinge:

„Die Zögerlichkeit, mit der an der Gesundheitskarte für
Flüchtlinge gearbeitet wird, kann nur verwundern. Auch der Laie
erkennt den bürokratischen Unsinn, wenn Kranke erst in die Amtsstube
müssen, um sich von einem Sachbearbeiter den notwendigen
Behandlungsschein ausstellen zu lassen. Und glaubt ernsthaft jemand,
dass ein Kommunalbeamter „Nein“ sagt und riskiert, hinterher für eine
unerkannte Erkrankung zur Verantwortung gezogen zu werden? Wohl kaum.
Also: Weg mit der Schein-Lösung.

Schwer verständlich, warum es in Baden-Württemberg „praktische
Probleme“ geben soll. Datenschutz ist im Gesundheitswesen ein heikles
Thema – man erinnere sich nur an das Bohei bei der allgemeinen
Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Nun sollen
Flüchtlinge sicher nicht „Menschen zweiter Klasse“ sein, aber ihnen
wird – bis zur Anerkennung – nun einmal nicht das volle
Leistungsspektrum der Krankenkassen geboten. Warum darf man das nicht
kenntlich machen? Zumindest als Kartenaufdruck?

Es gibt derzeit einige solcher hausgemachter Komplikationen zu
bewundern. Manchmal beschleicht einen der Verdacht, das sei schon
Teil des Integrationskurses – Lektion 1: „typisch deutsche“
Bürokratie.“

Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011

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