RNZ:Übereifrig

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Christian Altmeier über Gabriels Reise in den
Iran

Sigmar Gabriel war schnell. Vielleicht etwas zu schnell. Kaum war
die Tinte unter dem Atom-Abkommen mit dem Iran getrocknet, machte
sich der Wirtschaftsminister mit einer Delegation auf den Weg nach
Teheran – noch vor allen anderen westlichen Partnern. Gabriels Besuch
bei den Mullahs setzt daher Maßstäbe und zeigt zugleich die
Möglichkeiten und Grenzen der neuen Partnerschaft auf. Die
Möglichkeiten liegen vor allem im wirtschaftlichen Bereich. Das
ölreiche Land wartet nach jahrzehntelangen Sanktionen sehnsüchtig auf
neue Handelspartner. Milliardenschwere Aufträge winken. Hier sind die
Deutschen willkommen. Gabriels Verweis auf das Existenzrecht Israels
und sein Einsatz für Demokratie und Menschenrechte wurden von den
iranischen Gesprächspartnern jedoch bestenfalls höflich ignoriert.
Insbesondere im Verhältnis zu Israel ließ Teheran sogar ausdrücklich
keinen Zweifel daran, dass sich an seiner feindseligen Haltung nichts
geändert hat. Die kühle Zurückweisung seiner politischen Bemühungen
und die Konzentration der Iraner auf die wirtschaftlichen Aspekte des
Besuchs lassen Gabriel jedoch wie einen etwas übereifrigen Lobbyisten
aussehen. Es wäre daher besser gewesen, der Wirtschaftsminister hätte
seinem Außenamts-Kollegen Frank-Walter Steinmeier auch diesmal den
Vortritt gelassen.

Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011

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