ROG: Radiojournalist in Gambia sofort freilassen

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Reporter ohne Grenzen fordert die unverzügliche
Freilassung von Alagie Ceesay, dem geschäftsführenden Direktor des
unabhängigen Radiosenders Teranga FM in Gambia. In dieser Woche wurde
der bereits in der Vergangenheit Verfolgte in der Hauptstadt Banjul
zwei Mal einem Richter vorgeführt. Ceesay wird Volks-Aufwiegelung
vorgeworfen. (http://bit.ly/1DtfSCg)

„Bei dem Fall geht es einzig darum, einen kritischen Journalisten
in Gambia zum Schweigen zu bringen und dafür sind den Behörden alle
Anschuldigungen recht“, sagt ROG-Geschäftsführer Christian Mihr in
Berlin. „Wir verlangen Ceesays unverzügliche Freilassung, denn er
wurde nur deshalb inhaftiert, weil er als geschäftsführender Direktor
eines unabhängigen Radiosenders seit Jahren auch kritische Stimmen zu
Wort kommen lässt.“

FÜR MEHR ALS ZWEI WOCHEN VERSCHWUNDEN

Ceesay wurde am 17. Juli von Unbekannten in ein Auto gezerrt und
weggebracht. Seine Familie sah ihn erst fünf Tage später wieder, als
Geheimdienstmitarbeiter mit ihm zu seiner Wohnung fuhren, um sie zu
durchsuchen. Nach der Razzia verschwanden die Männer mit dem
Journalisten erneut. Am 4. August wurde er dann bei einer
Gerichtsanhörung präsentiert. Ihm wird vorgeworfen, dass er am 16.
Juli mit seinem Mobiltelefon ein Foto weitergeleitet hat, auf dem
Gambias Präsident Yayah Jammeh mit einer auf seinen Kopf gerichteten
Pistole zu sehen war. Mit dieser Handlung habe er „Hass anstacheln“
wollen, so die Staatsanwaltschaft. (http://bit.ly/1M9ECk5)

Ceesays tagelange Inhaftierung stellt einen Verstoß gegen
gambisches Recht dar, denn Tatverdächtige müssen in dem afrikanischen
Land innerhalb von 72 Stunden einem Richter vorgeführt und über die
gegen sie erhobenen Vorwürfe informiert werden. Ceesay selbst saß
Angaben seiner Angehörigen zufolge jedoch 18 Tag lang in Einzelhaft.
Der Bitte des Anwalts, Ceesay auf Kaution freizulassen, wurde in
dieser Woche nicht stattgegeben.

GAMBIAS PRÄSIDENT JAMMEH FEIND DER PRESSEFREIHEIT Reporter ohne
Grenzen zählt Gambias Präsidenten Yahyah Jammeh zu einem der Feinde
der Pressefreiheit. Unabhängige Journalisten werden in dem Land
gnadenlos verfolgt, drangsaliert und zu langen Haftstrafen ins
Gefängnis geworfen. Im Jahr 2004 wurde etwa der Agence France Press
Journalist Deyda Hydara erschossen, seine Mörder gehen bis heute
straffrei aus. (http://bit.ly/1OUvz5Z) Die meisten unabhängigen
Medien zensieren sich aus Angst vor Verfolgung selbst.

Ceesay wurde bereits vom 2. bis 13. Juli im Hauptquartier des
Nationalen Geheimdienstes (NIA) in Einzelhaft festgehalten. Die
Inhaftierung erfolgte einen Tag nach einer Razzia bei der
unabhängigen Zeitung The Voice, bei der alle Mitarbeiter
vorübergehend festgenommen und verhört wurden.

TERANGA FM SEIT JAHREN UNTER DRUCK

Auch wurde der Radiosender Teranga FM bereits in der Vergangenheit
massiv unter Druck gesetzt und mehrmals von den Behörden geschlossen.
(http://bit.ly/1MSsu7V) 2013 und 2014 konnte er sein Programm 16
Monate lang nicht ausstrahlen. Teranga FM ist dafür bekannt, auch
kritische Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Neben Mitgliedern der
Regierungspartei werden auch Oppositionspolitiker interviewt.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Gambia auf Platz 151
von 180 Ländern. Weitere Informationen über die Lage in dem Land
finden Sie unter https://www.reporter-ohne-grenzen.de/gambia/.

Pressekontakt:
Reporter ohne Grenzen
Silke Ballweg / Christoph Dreyer
presse@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de
T: +49 (0)30 609 895 33-55
F: +49 (0)30 202 15 10-29

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