Rukwied: Klimaschutz darf heimische Lebensmittelerzeugung nicht gefährden – BMUB-Konzept lässt Potenziale der Bioökonomie ungenutzt

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(DBV) „Die Klimaschutzziele werden nicht schneller erreicht, wenn
sich Deutschland als einer der effizientesten Lebensmittelerzeuger
selbst lahmlegt und dadurch die Produktion in andere Länder mit
deutlich schlechteren Klimaschutzstandards verlagert wird“,
kommentierte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV),
Joachim Rukwied, den Entwurf des Bundesumweltministeriums (BMUB) für
einen Klimaschutzplan 2050. Der vom BMUB entworfene Maßnahmenplan
soll die Beschlüsse der Pariser Klimakonferenz umsetzen und demnächst
innerhalb der Bundesregierung abgestimmt werden.

„Die Landwirtschaft ist bereit, ihren Beitrag zum Klimaschutz auch
weiterhin zu leisten. Sinnvoll wäre beispielsweise eine Strategie zur
Steigerung der Effizienz bei Düngung und Fütterung. Dringend
erforderlich ist auch eine Perspektive für nachwachsende Rohstoffe
und die Bioenergie, mit der die großen Klimaschutzpotenziale in
diesem Bereich genutzt werden können. Stattdessen stellt der Entwurf
große Teile der Landwirtschaft in Frage und setzt die Existenz vieler
bäuerlicher Betriebe aufs Spiel“, unterstrich der DBV-Präsident.
„Allein in der deutschen Landwirtschaft könnte dieser Klimaschutzplan
2050 nach überschlägigen Berechnungen des DBV zu einem Verlust an
Nettowertschöpfung in Höhe von bis zu 9 Milliarden Euro jährlich
führen. Zusätzlich wären rund 200.000 Arbeitsplätzen gefährdet, wenn
diese Pläne des BMUB Realität werden würden“, stellte Rukwied dar.
Die Umsetzung des derzeit diskutierten Entwurfs zum deutschen
Klimaschutzplan 2050 würde also gravierende Einschnitte für die Land-
und Forstwirtschaft mit sich bringen. Grund seien vor allem die
Forderungen im Klimaschutzplan zur radikalen Abstockung der
Tierbestände, zur Wiedervernässung von Mooren und Umwidmung von
Flächen sowie zu Umschichtungen in der Förderung.

„Zudem darf sich Deutschland als Schrittmacher beim Klimaschutz
nicht von Europa und dem Rest der Welt abkoppeln. Dies würde nur die
Verlagerung von Emissionen nach sich ziehen und dem Klima nicht
helfen.“ Der Bauernpräsident verwies auf die am Vortag
veröffentlichten Vorschläge der EU-Kommission zur Umsetzung des
Pariser Klimaschutzabkommens. Demnach könne wirksamer Klimaschutz
sehr wohl die Sonderrolle der Landwirtschaft zur Ernährungssicherung
berücksichtigen, so wie in den Pariser Beschlüssen vorgesehen. Die
Vorschläge der Kommission sehen im Gegensatz zum Konzept des BMUB
keine separaten Reduktionsziele von Treibhausgasen für die
Landwirtschaft vor. Zudem wird die Möglichkeit eröffnet, die
Leistungen der Land- und Forstwirtschaft für den Klimaschutz durch
Bindung von CO2 in Böden und Wald anzurechnen.

Rukwied stellte in der Pressekonferenz eine gemeinsame Erklärung
von 9 Verbänden der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft zum
Klimaschutzplan 2050 vor. Darin warnen die Organisationen vor den
gravierenden Folgen des Entwurfs des Bundesumweltministeriums und
schlagen geeignetere Maßnahmen zum Klimaschutz vor. Die
Verbändeerklärung unterzeichneten der Deutsche Bauernverband, die
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter, die Arbeitsgemeinschaft
Deutscher Waldbesitzerverbände, der Deutsche Raiffeisenverband, die
Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen, der Verband der
Landwirtschaftskammern, der Zentralverband der Deutschen
Geflügelwirtschaft, der Zentralverband der Deutschen
Schweineproduktion und der Zentralverband Gartenbau.

Pressekontakt:
Kontakt:
Deutscher Bauernverband
Dr. Michael Lohse
Pressesprecher
Tel.: 030 / 31904 240

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