Saarbrücker Zeitung: Hartz-IV-Empfänger zahlen bei Miete drauf – 620 Millionen Euro für Unterkunft nicht von Jobcentern gedeckt / Kritik der Linken

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Die Deckung der Wohnkosten für
Hartz-IV-Empfänger durch die Jobcenter ist nach einem Bericht der
„Saarbrücker Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe) nur unzureichend
gewährleistet. Demnach mussten die Bedarfsgemeinschaften im
vergangenen Jahr insgesamt rund 620 Millionen Euro zu den
tatsächlichen Wohnkosten beisteuern. Das entspricht einem Anteil von
rund vier Prozent. Das Blatt beruft sich für seine Angaben auf eine
aktuelle Datenübersicht der Bundesagentur für Arbeit, die die
Sozialexpertin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, angefordert
hatte.

Den Daten zufolge fehlen einem Hartz-IV-Haushalt damit im Schnitt
rund 16,50 Euro im Monat beziehungsweise 197 Euro im Jahr für
anderweitige Ausgaben. „Praktisch geht das zu Lasten der Mittel, die
eigentlich der Sicherung des Lebensunterhalts der Betroffenen dienen
sollen“, kritisierte Zimmermann.

Am höchsten ist die Belastung mit 285 Euro pro Jahr für Betroffene
in Rheinland-Pfalz, am niedrigsten mit 125 Euro im Land Bremen.

Die anerkannten Kosten für Unterkunft und Heizung orientieren sich
an den örtlichen Richtlinien der Kommunen und sind im Einzelfall
niedriger als die tatsächlichen Wohnkosten. „Die öffentliche Hand
spart offenkundig durch zu niedrige Angemessenheitsgrenzen auf Kosten
der Betroffenen“, kritisierte Zimmermann. Dadurch müssten sich
Hartz-IV-Empfänger noch weiter einschränken, um nicht Mietschulden
anzuhäufen, oder gar obdachlos zu werden.

Pressekontakt:
Saarbrücker Zeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/226 20 230

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