Saarbrücker Zeitung: Koalition nimmt Begriff „Völkermord“ laut Unions-Fraktionsvize Jung nun doch in Armenien-Resolution auf

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Der Bundestag will die Massaker an
den Armeniern vor hundert Jahren in der Türkei am nächsten Freitag
nun doch als „Völkermord“ bezeichnen. An einer entsprechenden
Formulierung werde derzeit in der Koalition gearbeitet, sagte der für
Außenpolitik zuständige stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende
Franz Josef Jung (CDU) der „Saarbrücker Zeitung“ (Montagausgabe).
Bisher hatte die Koalition den Begriff im Resolutionsentwurf auf
Druck der Bundesregierung nur in der Begründung verwendet, nun soll
er Jung zufolge in den Haupttext rücken. „Wir werden jetzt eine
Formulierung finden, die die Tatsache des Völkermordes, der in der
Türkei vor 100 Jahren stattgefunden hat, auch mit Namen nennt.“ Der
Text werde mit der Bundesregierung abgestimmt. Jung wies mögliche
Proteste der türkischen Regierung zurück: „Wenn man eine Situation so
beschreibt, wie sie war, dann ist das keine Provokation.“
Geschichtliche Aufarbeitung sei ein Beitrag zur Versöhnung. „Wir
wollen, dass die Blockade der letzten Jahre überwunden wird und es
zwischen Armeniern und der Türkei wieder zu einem Versöhnungsprozess
kommt.“ Jung rechnet damit, dass auch Bundespräsident Joachim Gauck
am Donnerstag bei seiner Rede das Wort „Völkermord“ für die
Geschehnisse verwenden wird. „Alle Erkenntnisse, die ich habe,
sprechen dafür, dass es so sein wird“, sagte der Unions-Politiker.

Pressekontakt:
Saarbrücker Zeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/226 20 230

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