Saarbrücker Zeitung: Laut Steuergewerkschaft fehlen 20.000 Prüfer – Vorsitzender Eigenthaler: Wohlhabende werden nur alle sieben Jahre kontrolliert

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Nach Angaben des Vorsitzenden der
Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, fehlen in
Deutschland 15.000 bis 20.000 Finanzbeamte und Steuerprüfer, um auch
Wohlhabende gerechter besteuern zu können. „Die deutschen Finanzämter
sind zu 20 Prozent unterbesetzt und können ihren gesetzlichen
Auftrag, Steuern gerecht, zeitnah und gleichmäßig festzusetzen, im
Grunde nicht richtig erfüllen“, sagte Eigenthaler der „Saarbrücker
Zeitung“ (Freitagausgabe). Der Gewerkschaftsvorsitzende reagierte
damit auf einen Bericht der OECD, die die laxen Prüfungen der
Steuererklärungen von Reichen kritisiert hatte. Vermögende würden
derzeit nur alle sieben Jahre kontrolliert, mittlere Betriebe alle 15
Jahre. Der Bundesrechnungshof habe dies bereits 2010 bemängelt,
geändert habe sich seitdem wenig, sagte Eigenthaler. Der
Gewerkschaftsvorsitzende: „So etwas zehrt auch an der
Steuergerechtigkeit, denn die Menschen mit niedrigen Einkommen
bekommen den Eindruck: Der Ehrliche ist der Dumme.“ Eigenthaler
lehnte allerdings den OECD-Vorschlag ab, in den Finanzämtern
Spezialabteilungen für diesen Personenkreis zu schaffen. „Es sollte
kein Sonderrecht für Reiche geben.“ Notwendig sei vielmehr, genügend
gut geschultes Personal einzustellen, denn die Steuererklärungen
Vermögender seien sehr komplex.

Pressekontakt:
Saarbrücker Zeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/226 20 230

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