Saarbrücker Zeitung: Wasem sieht keinen Widerspruch zwischen Kassenüberschüssen und Beitragsanhebung – Rückkehr zur Parität ohne Effekte

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Die aktuellen Überschüsse der
gesetzlichen Krankenkassen auf der einen und die drohenden
Beitragssteigerungen auf der anderen Seite sind nach Einschätzung von
Gesundheitsökonom Jürgen Wasem kein Widerspruch.

Mit der Anhebung des Zusatzbeitrages zu Jahresbeginn hätten die
Kassen weiter steigende Ausgaben einkalkuliert, sagte Wasem der
„Saarbrücker Zeitung“ (Samstags-Ausgabe). Überschüsse und mögliche
Beitragserhöhungen passten daher zusammen. „Es wäre ja auch kein
gutes Zeichen, wenn die Kassen trotz Beitragserhöhung zu Jahresbeginn
schon sechs Monate später in den roten Zahlen stecken würden“, meinte
Wasem.

Jüngste Angaben der Barmer GEK, wonach der Zusatzbeitrag 2017 im
Schnitt nur um 0,1 Prozentpunkte auf dann 1,2 Prozent steigen könnte,
hält Wasem für „sehr optimistisch“. Realistisch sei eher ein
durchschnittlicher Anstieg um 0,2 Prozentpunkte, so Wasem.

Zugleich stellte er klar, dass eine Rückkehr zur paritätischen
Betragsfinanzierung kaum materielle Effekte für die Arbeitnehmer
hätte. „Ich halte diese Debatte für überbewertet“, so Wasem. „Studien
in den USA zeigen: Wenn die Arbeitgeber stärker an den
Gesundheitskosten beteiligt werden, dann ist auch der Spielraum für
die Gewerkschaften bei Lohnverhandlungen kleiner.“

Nach geltendem Recht wird der Zusatzbeitrag ausschließlich von den
Arbeitnehmern finanziert. Die SPD will erreichen, dass sich die
Arbeitgeber daran zur Hälfte beteiligen.

Pressekontakt:
Saarbrücker Zeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/226 20 230

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