Schlacht um Verdun vor 100 Jahren / „Der Tod schlug so wahllos zu wie mit einer Fliegenklatsche“ / Volksbund gedenkt der Toten – Beisetzung nach 100 Jahren

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Von Februar bis Dezember 1916 tobte bei der französischen Stadt
Verdun eine der größten und blutigsten Schlachten des Ersten
Weltkrieges. Der Tod schlug „so wahllos zu wie mit einer
Fliegenklatsche“ heißt es in einem Feldpostbrief – denn auch die
Zivilbevölkerung wurde nicht geschont. Bis zu 180.000 Tote in zehn
Monaten – die Zahl spricht für sich.

Hundert Jahre danach gedenkt der Volksbund Deutsche
Kriegsgräberfürsorge mit 400 Gästen auf der Deutschen
Kriegsgräberstätte Romagne-sous-Montfaucon der in einer der
bedeutendsten Schlachten des Ersten Weltkrieges gefallenen Soldaten.
In seiner Gedenkrede betonte Volksbund-Präsident Markus Meckel:
„Verdun ist das Symbol für die jeweilige nationale Erinnerung an den
Ersten Weltkrieg.“ Seit Verdun zeige sich die zunehmende
Totalisierung des modernen Krieges, sein alles verschlingender
Charakter.

„Was Materialschlachten wie die bei Verdun vor allem immer wieder
vor Augen führen, das ist die Bedeutung der Erde selbst. In sie
gruben sich die Soldaten ein, in ihr suchten sie Schutz, ihre
bergende Hülle wurde nur verlassen, um zu töten oder getötet zu
werden. Sie nahm endlich auch die tödlich Getroffenen auf, die
Überreste zerfetzter Menschenleiber. Nur allzu oft konnten die
zerstörten Körper im Niemandsland zwischen den Gräben nicht geborgen
werden“, so Meckel. „Doch bis heute passiert es auch, dass wir
sterbliche Überreste finden, sie identifizieren können und bestatten
können. So tragen wir heute Hans Winkelmann aus Ratzeburg zu Grabe –
100 Jahre nach seinem Tod. Er wurde vor zwei Jahren bei Forstarbeiten
gefunden und starb vermutlich am 20. August 1917. Nun wird er neben
seinem Bruder Karl ruhen, der vermutlich bereits im Mai 1916 in einem
Feldlazarett bei Verdun gestorben war.“

„Durch die zunehmend internationaler werdende Forschung, aber auch
durch den europäischen Diskurs hat sich die Verdun-Erinnerung in
Frankreich und Deutschland angenähert. Auch in Frankreich wird Verdun
mittlerweile nicht mehr nur als emotional hoch aufgeladener,
heroischer Verteidigungsakt gesehen. Die Schlacht ist vielmehr zum
Symbol eines soldatischen Massentodes geworden, der alle bis dahin
gültigen Grenzen überstieg“, so Meckel abschließend.

Präsident Meckel dankte der Schülergruppe aus Ratzeburg, die
während der Gedenkveranstaltung die Ergebnisse ihrer Spurensuche über
den Krieg und über die Ratzeburger Kriegstoten vorstellten, zu denen
auch die Gebrüder Winkelmann gehören.

Anlage: Rede von Volksbund-Präsident Markus Meckel

Pressekontakt:
Hilke Vollmer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Hauptstadtbüro
Lützowufer 1
10785 Berlin
Telefon: 030/ 230936 57
Mobil: 0152/ 33830114
Email: hilke.vollmer@volksbund.de

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