„Schlachtfohlen“-Versteigerungen haben wieder begonnen – BILD

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Seit 28. August (Mauterndorf/Sbg.)
laufen wieder die alljährlichen „Schlachtfohlen“-Auktionen in
Österreich und Bayern. Gestern hat die Tierschutz-Organisation ANIMAL
SPIRIT die ersten 16 Haflinger-Fohlen, welche ansonsten zum
Schlachthof nach Italien oder in andere Länder gekarrt worden wären,
in Tirol freigekauft und an ausgesuchte Privatplätze nach Deutschland
gebracht, wo sie mittlerweile alle wohlbehalten angekommen sind.
Bereits seit 14 Jahren ist ANIMAL SPIRIT – oft als einzige
Tierschutz-Organisation – bei diversen Fohlen-Versteigerungen und
konnte so mittlerweile gut 650 Tierkindern das Leben retten. Die
größten Noriker-Auktionen sind jeweils in Maishofen (Bundesland
Salzburg), heuer wieder am 28.9. bzw. 18.10., die größte
Haflingerfohlen-Versteigerung findet am 24.9.2016 im Tiroler Ebbs
statt.

Zwtl.: „Mensch & Pferd“ läßt „Schlachtfohlen“-Auktion von Stadl
Paura nach Ried ausweichen

„Die Veranstalter der heurigen oö. Landesausstellung „Mensch &
Pferd“, die noch bis 6. November u.a. im Pferdezentrum Stadl Paura
abgehalten wird, fanden es offenbar peinlich, den Besuchern und
Tierfreunden gleichzeitig mit einer Ausstellung über die angeblich so
gute Mensch-Pferd-Beziehung eine „Schlachtfohlen“-Auktion zuzumuten
und so wurde diese heuer erstmals nach Ried/Inkreis verlegt“, so
Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT. „Diese
findet daher morgen, den 14.9. ab 12 Uhr im Messezentrum Ried statt.
Für die bislang 73 zur Versteigerung angemeldeten Fohlen macht das
jedoch keinerlei Unterschied. Das jüngste von ihnen ist gerade mal 3
Monate alt (!), viel zu jung, um schon von seiner Mutter getrennt zu
werden. Und das trotz mehrmaliger Ankündigungen der Zuchtverbände,
keine Fohlen unter 6 Monaten mehr zu den Versteigerungen zuzulassen.
Gesetzliche Regelungen darüber gibt es – trotz 1000-er
Petitions-Unterschriften an das Landwirtschafts-Ministerium – leider
keine.“

Zwtl.: Subventionen und Überproduktion machen Fohlen zu
„Schlachtvieh“

Die immer gleichen Gründe für die alljährliche Überproduktion von
Haflinger- und Norikerfohlen ist zum einen die Empfehlung, daß Stuten
jedes Jahr gedeckt werden – also nicht „leer stehen“ – sollen und die
Fohlen den Sommer über gerne als Touristen-Attraktionen auf den Almen
präsentiert werden; zum anderen entsprechen nur wenige der geborenen
Fohlen den „Schönheitsidealen“ der Zuchtverbände und dürfen nur am
Leben bleiben, wenn sie weiter zur Zucht verwendet werden oder
überdurchschnittlich viel Geld einbringen. So werden immer noch über
80 Prozent der wenige Monate alten – v.a. männlichen – Fohlen dieser
beiden Rassen nach Italien oder in den Osten gekarrt und zu
„Rösslbraten“ oder Leberkäse verarbeitet, wenn sie nicht von ANIMAL
SPIRIT oder anderen Tierschützern freigekauft werden. Dazu kommen
noch diverse EU- und AMA-Subventionen aus Steuergeldern bzw. Prämien
der Zuchtverbände, wie etwa für – angeblich aussterbende –
„Nutztierrassen“, sowie Deckprämien oder für sog. „Elitefohlen“,
wodurch die Weiterzucht erst rentabel wird.

„Die EU gibt fast die Hälfte ihres gesamten Budgets für
Agrar-Subventionen aus, ca. 60 Milliarden Euro pro Jahr; Österreich
ist dabei „mitgefangen – mitgehangen“! All diese Unsummen könnten
genauso gut – statt in noch mehr Agrarindustrie, Massentierhaltung,
Überproduktion, Tiertransporte und exzessive Fleischproduktion – in
sinnvolle Projekte, in effiziente Förderung von wirklich artgerechter
Tierhaltung, Aufklärung über gesunde, tierleidfreie Ernährung oder
auch in die Erhaltung der wunderbaren Noriker-Rasse für
Freizeit-Zwecke investiert werden, ohne daß diese Pferde im
Kindesalter massenweise umgebracht werden müßten“, so Dr. Plank
abschließend.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM /
Originalbild-Service sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Dr. Franz-Joseph Plank, +43-676-708 24 34
office@animal-spirit.at
www.animal-spirit.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/17/aom

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