Schleswig-Holstein droht zum Windenergiemuseum zu verkommen (FOTO)

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Kein anderes Bundesland legte in den beiden vergangenen Jahren so
viele Windenergieanlagen still wie Schleswig-Holstein. Trotzdem sind
noch rund 450 Turbinen am Netz, die älter sind als zwanzig Jahre.

Veraltete Windkraftanlagen durch effizientere Modelle zu ersetzen
(„Repowering“), ist wirtschaftlich und energiepolitisch vielfach
sinnvoll. Allerdings werden hierfür in Schleswig-Holstein derzeit
kaum noch Genehmigungen erteilt, kritisiert der Landesverband
WindEnergie Schleswig-Holstein.

Nach einer aktuellen Studie der „Fachagentur Windenergie an Land“,
liegt die durchschnittliche Betriebsdauer einer
schleswig-holsteinischen Windenergieanlage bei 17,5 Jahren – und
damit ein knappes Jahr über dem Bundesdurchschnitt. Ein wesentlicher
Grund dafür ist, dass Schleswig-Holstein zu den Pionieren der
Windenergiebranche zählt. Daher stehen hier noch viele Anlagen der
ersten Generation.

Insofern ist der Modernisierungsbedarf hier besonders hoch. Und
obwohl kein anderes Bundesland in den vergangenen zwei Jahren mehr
Windkraftanlagen stillgelegt hat als Schleswig-Holstein, befinden
sich noch 450 Turbinen am Netz, die älter als 20 Jahre sind.
„Schleswig-Holstein darf nicht zum Museum der Windbranche werden“,
warnt der Verbandsvorsitzende Reinhard Christiansen.

Die Akzeptanz für modernisierte Windkraftanlagen ist immer dort am
größten, wo bereits Windräder stehen. Somit wäre es am sinnvollsten,
neue Anlagen gerade dort aufzustellen, wo alte abgebaut werden. Doch
dieser Grundsatz, der in den vergangenen Jahrzehnten üblich war, hat
aufgrund der neuen Regionalplanung des Landes oft keine Gültigkeit
mehr.

Die Bürgerwindparks Schleswig-Holsteins mit ihren mehr als 15.000
Kommanditisten stehen dadurch vor großen Problemen. Ihre Anlagen
befinden sich auf Gemeindegebiet. Das Repowering in einem anderen
Landesteil kommt für sie nicht in Frage. „Wir dürfen den
Bürgerwindparks das Repowering nicht so schwer machen, sondern müssen
mit der Landesplanung nach Lösungen suchen, ob, wo und wann
Windenergieanlagen in Zukunft repowert werden können“, so
Christiansen.

Und noch einen Vorteil des Repowerings sieht der
Landesvorsitzende: „Wo sich früher ein Dutzend Mühlen vierzigmal in
der Minute drehten, stehen heute nur noch drei oder vier – die sich
mit zudem nur mit rund einem Drittel der Geschwindigkeit drehen. Das
ist eine deutliche Entlastung für das Landschaftsbild.“

Zum Landesverband WindEnergie Schleswig-Holstein (BWE S-H): Der
BWE-SH hat 5.000 Mitglieder, überwiegend Bürgerwindparks mit etwa
15.000 Kommanditisten. Die Branche investiert jährlich mehr als eine
Milliarde Euro in Schleswig-Holstein. Die 3.435 Windkraftanlagen des
Bundeslandes haben eine installierte Leistung von circa 5,9 Gigawatt.
Das entspricht der Leistung von fünf durchschnittlichen
Atomkraftwerken. Die Mitglieder des BWE S-H haben maßgeblich dazu
beigetragen, dass das Land seinen Strombedarf mittlerweile
vollständig aus erneuerbaren Energien decken kann. An der
Windenergiebranche hängen allein in Schleswig-Holstein mehr als 9.000
direkte Arbeitsplätze und ein Gewerbesteueraufkommen von jährlich
rund 60 Millionen Euro. Diese Steuern kommen zum Großteil
vergleichsweise strukturschwachen Regionen zugute.

Pressekontakt:
BWE Landesverband Schleswig-Holstein
Nicole Knudsen
Leiterin BWE Geschäftsstelle SH
Husum
E-Mail sh@bwe-regional.de
Tel. 04841 663210

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