Schulterschluss gegen steigende Wirtschaftskriminalität stärken / Sicherheitskonferenz am Brandenburger Tor zeigte Gefahren von Wirtschaftsspionage auf / Allianz-Chefvolkswirt über Zukunft der EU

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Mehr als 180 Experten aus Politik,
Wirtschaft und Wissenschaft trafen sich am vergangenen Mittwoch im
Allianz Forum zur zweiten „Sicherheitskonferenz am Brandenburger Tor
– STATE OF SECURITY“, einer Veranstaltung von KÖTTER Security und
German Business Protection (GBP) in Kooperation mit der Allianz SE.
Im Fokus der Betrachtungen zur Sicherheitslage im Herbst 2015 stand
neben der Zukunftsfähigkeit der Europäischen Union (EU) speziell die
Gefahr von Wirtschaftsspionage.

Flüchtlingsströme, Euro- und Griechenland-Krise, neuer „Kalter
Krieg“ zwischen dem Westen und Russland: 2015 ist die globale
Bedrohungslage noch komplexer geworden. Bei der Suche nach Lösungen
für die drängendsten Krisen zeichnete sich insbesondere die EU
zuletzt weniger durch Geschlossenheit als durch kaum noch zu
überbrückende Differenzen aus. Steht das Projekt Europa vor dem
Scheitern? Prof. Dr. Michael Heise, Chefvolkswirt und Leiter des
Bereichs Economic Research Development bei Allianz SE, verneinte
diese Frage, betonte aber die Herausforderungen, denen sich die EU
aufgrund der expansiven Politik Russlands und Chinas stellen müsse,
die unweigerlich nur durch eine Europäische Union „der Einigkeit“
gelöst werden können. Nachdenklich sollte der zunehmende
Vertrauensverlust der Bevölkerung gegenüber der europäischen Politik
und seiner Institutionen stimmen, die jedoch im Vergleich zur
nationalen Führung mittlerweile einen höheren Stellenwert einnehme.

Prof. Dr. Werner Weidenfeld, Leiter des Centrums für angewandte
Politikwissenschaft (CAP) der Universität München, bemängelt vor
allem das situative nationale Krisenmanagement, das der Entwicklung
einer umfassenden nationalen Strategie keine Möglichkeit mehr gebe.
Wenngleich eine Vielzahl der Krisenherde fernab der deutschen Grenzen
liegen mag, sind die Auswirkungen trotz aller politischen
Beschwichtigungen auch hier zu spüren. Vor allem die
Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft macht diese zunehmend zu
einem attraktiven Ziel globaler Spionageaktivitäten. Allein in
Deutschland belaufen sich die offiziell registrierten Schäden durch
Wirtschaftskriminalität laut Bundeskriminalamt (BKA) auf über 4,6
Milliarden Euro. Damit lag der 2014 registrierte Wert um über 20
Prozent höher als im vorangegangenen Jahr und auch deutlich über dem
Mittelwert der letzten fünf Jahre. Zudem reichen, aufgrund
hinzukommender schwerwiegender immaterieller Auswirkungen, z. B.
Verlust der Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen, sowie der hohen
Dunkelziffer, die Schätzungen zu den gesamtwirtschaftlichen Einbußen
bis hin zu mehreren zehn Milliarden Euro.

Prof. Dr. Holger Mey, Vizepräsident der Abteilung Advanced
Concepts bei Airbus Defence and Space, bemängelte vor allem die
fehlende tiefergehende Zusammenarbeit von Industrie und
Sicherheitsbehörden im Bereich des Know-how-Schutzes. Vor allem die
zunehmende Abhängigkeit von Entwicklungen aus den USA ohne die
Schaffung eigener Expertisen würde die eigene Wirtschaftsleistung
langfristig schwächen. Weiter wies er darauf hin, dass dem Schutz von
Lieferketten bisher kaum bis wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden
sei. Dabei handele es sich hier doch um die Achillesferse jeder
Wirtschaft.

Die Reihe hochkarätiger Redner vervollständigten Prof. Sir David
Omand, ehemaliger erster Geheimdienstkoordinator im britischen
Kabinett, Leiter des Government Communications Headquarters (GCHQ)
und jetzt Gastprofessor am King–s College London („The public value
of security“); Dirk Fleischer, Head of Corporate Security LANXESS
Deutschland GmbH („Wettbewerbsspionage – Wie effektiv ist der
staatliche Wirtschaftsschutz?“) sowie Heinz Schulte, Chefredakteur
der DVV Media Group/Griephan („Europäische Sicherheitspolitik im
Herbst 2015″).

GBP-Geschäftsführer Maxim Worcester, der die Podiumsdiskussion mit
den Referenten leitete, zeigte sich hochzufrieden mit der
Veranstaltung. „Unsere Konferenz hat erneut einen wichtigen Überblick
über zentrale Sicherheitsherausforderungen gegeben. Gerade die
Diskussionsrunden lieferten zudem wichtige Ansatzpunkte zu deren
Lösung.“

Pressekontakt:
KÖTTER GmbH & Co. KG Verwaltungsdienstleistungen
Carsten Gronwald
Pressesprecher
Wilhelm-Beckmann-Straße 7
45307 Essen
Tel.: (0201) 2788-126
Carsten.Gronwald@koetter.de

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