Schwäbische Zeitung: „Am Ende zählen die Taten“ – Leitartikel zu Frauen in der CDU

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Die CDU muss in einigen Wählerschichten
dringend verlorenen Boden zurückerobern. Neben Migranten sind es vor
allem die jüngeren Frauen, die zuletzt immer seltener das Kreuz bei
der Union gemacht und so für die CDU-Krise vor allem in den größeren
Städten gesorgt haben. Dieser Erkenntnis stimmen auch viele
Unionsleute umgehend zu.

Dass die Südwest-CDU in Sachen Frauenförderung aber „ein Stück
weit Avantgarde“ ist, wie Landeschef Thomas Strobl glauben machen
will, ist dann doch ein wenig weit hergeholt. Zwar hat Strobl seit
der Wahlniederlage 2011 einiges getan, um die Partei im Südwesten ein
stückweit weiblicher zu machen: Doch noch immer hat die Union vor
allem im Stuttgarter Landtag ein Frauenproblem: Nicht einmal 17
Prozent der CDU-Parlamentarier sind weiblich. Das ist
unterdurchschnittlich – selbst in einem traditionellen Herrenklub wie
dem baden-württembergischen Parlament. Das hat mit 20,3 Prozent einen
niedrigeren Frauenanteil als das afghanische und ist Schlusslicht
aller deutschen Länderkammern.

Und Besserung ist derzeit nicht in Sicht: Laut Landesfrauenrat
sind nur 22,1 Prozent der CDU-Bewerber um ein Mandat bei der
Landtagswahl 2016 Frauen. Damit hat die Union die Rote Laterne der
vier Landtagsparteien. Um den Anteil im Südwesten zu erhöhen, reicht
ein hipper CDU-Generalsekretär in Berlin allein nicht aus. Auch die
von Quotenträumern immer wieder herbeigewünschte Wahlrechtsreform,
bei der die männliche Parlamentsdominanz per Liste gebrochen werden
soll, wird es vor- erst nicht geben.

So bleibt der CDU nur eins: Taten statt Worte. Dabei ist
Spitzenkandidat Guido Wolf gefordert: Er kann viele Frauen in sein
Schattenkabinett berufen, weiblichen Sachverstand in der Fraktion
fördern. Bisher kam von dem Kandidaten wenig. Seine Fraktion
verpasste die Chance, eine Landtagspräsidentin zu wählen, und die von
Strobl installierte Generalsekretärin wackelt. Will er wie
versprochen deutlich mehr Frauen in Führung bringen, muss er bald
liefern.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
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