Schwäbische Zeitung: Anerkennung für die Mutigen – Kommentar zum Friedensnobelpreis

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Als vor knapp fünf Jahren im Süden Tunesiens
der Arabische Frühling anbrach und Wochen später Diktator Ben Ali aus
Tunis vertrieben wurde, waren junge Tunesier die Helden der Welt. Ihr
Aufbegehren gegen marode säkulare Diktaturen fand Nachahmer in
Ägypten, dann in Libyen, schließlich in Syrien. Aber nur im beliebten
Ferienland am Mittelmeer, zwei Flugstunden von Friedrichshafen und
Stuttgart, folgte auf den Frühling nicht Chaos, sondern ein
demokratischer Aufbruch. Und der wird nun mit dem Friedensnobelpreis
gewürdigt.

Mit dem tunesischen „Quartett für nationalen Dialog“ werden die
friedensuchenden Kräfte eines Landes geehrt, das sich nach Monaten
des Tumultes und der Verunsicherung erst einmal als Zivilgesellschaft
erfinden musste. Vergangenes Jahr wurde eine neue Verfassung
verabschiedet, es fanden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen
statt. Wenn aber Islamisten und weltlich orientierte Kräfte um die
Vormacht streiten, wenn Terroranschläge wie im Nationalmuseum von
Tunis im März oder am Strand von Sousse die Verletzlichkeit eines
Landes zeigen, dann fehlt nicht viel zu einem Bürgerkrieg. Diesen
verhindert zu haben, ist auch das Verdienst des Quartetts mit
Vertretern der Gewerkschaften, der Industrie- und Handelskammer, der
Anwaltsvereinigung und der Menschenrechtsliga.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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