Schwäbische Zeitung: Aus Stuttgart ins Silicon Valley – Leitartikel

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Wir stehen mitten in einer digitalen
Revolution. Global, national, regional bis ganz tief ins Lokale. In
einer solchen Zeitenwende ist es richtig, wenn der Ministerpräsident
von Baden-Württemberg nach Kalifornien aufbricht, um sich vor Ort die
Ursachen für und die Treiber hinter diesen dramatischen Umwälzungen
anzuschauen.

Zwar liegen zwischen dem Silicon Valley und Oberschwaben 9400
Kilometer Luftlinie, was aber an der Westküste der USA ausgetüffelt
und entschieden wird, hat direkte Auswirkungen auf eine Vielzahl von
Unternehmen im Südwesten. Digitale Geschäftsideen können unsere
Infrastruktur und Konkurrenzfähigkeit verbessern, sie können aber
auch zu einer Gefahr für gelebte und geliebte Strukturen werden.

Wer also etwas für die sogenannten Startups, für die hiesigen
Digital-Unternehmer und Gründer tun möchte, der hat nach Palo Alto zu
reisen. Seit Längerem zieht es die innovativen und risikobereiten
Köpfe dorthin. Diese Menschen entwickeln Produkte, die heute vom
Weltmarkt nicht mehr wegzudenken sind. Für sie bieten die Vereinigten
Staaten Möglichkeiten, die sie offensichtlich weder an unseren
Universitäten noch in der Südwest-Industrie antreffen. Wer daran
mittelfristig etwas ändern möchte, der muss sich vor Ort umtun. Auch
deshalb befinden sich in der Delegation von Winfried Kretschmann
zahlreiche Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Es mag ja sein, dass Börsenwerte des Öfteren die Realität nicht
widerspiegeln, aber Facebook, Apple, Google und andere US-Konzerne
gelten heute als ein Vielfaches wertvoller und in der Zukunft
mächtiger als die Perlen der deutschen Industrie. Es ist keine
Utopie, dass große deutsche Unternehmen wie Mercedes oder Siemens auf
einmal zu Übernahmekandidaten werden könnten.

Wer darum aus Wahltaktik an dieser Reise mäkelt, sollte einmal den
EU-Digital-Kommissar Günther Oettinger anrufen. Der warnt ganz
überzeugend davor, dass Europa und Deutschland dabei sind, den
digitalen Anschluss und damit ihre Stellung in der Welt zu verlieren.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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